Ärztliche Versorgung im ländlichen Raum sicherstellen

Die Gewährleistung einer wohnortnahen und flächendeckenden medizinischen Versorgung ist das Ziel des „Versorgungsstrukturgesetzes“, das der Deutsche Bundestag am heutigen Donnerstag verabschiedet hat. Der Bundestagsabgeordnete Tankred Schipanski begrüßte das neue Gesetz und hob dessen Bedeutung für den ländlichen Raum hervor: „Wir schaffen hier Anreize für Ärzte, sich auch jenseits der Ballungszentren in eigener Praxis niederzulassen.“ Für zahlreiche Regionen Thüringens, so Schipanski weiter, sei dies eine bedeutender Schritt, um einer drohenden medizinischen Unterversorgung vorzubeugen.“

„Der klassische Landarzt solle wieder attraktiver und jungen Medizinern eine solche Berufswahl erleichtert werden: „Im Mittelpunkt der Entscheidung stehen somit die Patienten, deren Versorgung mit medizinischen Leistungen wir sicherstellen.“

Das neue Gesetz bietet zunächst einen umfassenden Katalog von Anreizen und finanziellen Hilfen. Um Ärzte bei einer Niederlassung im ländlichen oder strukturschwachen Raum zu unterstützen, werden sie etwa von der Begrenzung der Vergütung ausgenommen. Sie können zudem von den Kassenärztlichen Vereinigungen über einen Strukturfonds gefördert werden. Darüber hinaus erhalten die Länder mehr Mitwirkungsrechte bei der Bedarfsplanung, so dass regionale Besonderheiten zukünftig besser berücksichtigt werden. Zu den zahlreichen weiteren Maßnahmen des Versorgungsgesetzes gehören aber auch der Ausbau der ambulanten Versorgung und der Telemedizin sowie eine Verbesserung des Versicherungsschutzes. Durch Entbürokratisierungen und Deregulierungen wird den Patienten insgesamt eine unkompliziertere medizinische Behandlung zuteilwerden.

Gemeinsam mit weiteren Kolleginnen und Kollegen der Regierungskoalition pocht Schipanski nun darauf, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen. „Unser Ziel muss es sein, die Zahl der Studienplätze in der Humanmedizin dauerhaft zu erhöhen“, fordert der Thüringer Bildungspolitiker. Dabei müssten auch Lehrstühle für Allgemeinmedizin an allen Fakultäten geschaffen und allgemeinmedizinische Praxen in die ärztliche Ausbildung miteinbezogen werden. Letzteres gelte auch für den ambulanten Versorgungsbereich. „Letztendlich“, so Schipanski abschließend, „geht es auch darum, den ländlichen Raum attraktiv zu halten. Eine verbesserte medizinische Versorgung ist dafür unabdingbare Voraussetzung.“

Datei herunterladen  Ärztliche Versorgung im ländlichen Raum sicherstellen  |  1. Dezember 2011