UNESCO besucht Geopark Inselsberg – Drei Gleichen

Schipanski: „Land muss Finanzierung der Grabungsstätte ‚Bromacker‘ sicherstellen“
Am Mittwoch, den 5. Juli, begleitete der Bundestagsabgeordnete Tankred Schipanski (CDU) eine UNESCO-Geopark-Kommission auf mehreren Stationen im Landkreis Gotha und machte dabei die besondere Bedeutung der Ursaurier-Ausgrabungsstätte am „Bromacker“ in Tambach-Dietharz deutlich.

Seit Dienstag besuchen die UNESCO-Experten Bill Merrifield aus Kanada und Ilias Valiakos aus Griechenland den Nationalen GeoPark Thüringen Inselsberg – Drei Gleichen im Rahmen der Antragsstellung zur Anerkennung als UNESCO Global Geopark. Tankred Schipanski unterstützt den Antrag und setzt sich gemeinsam mit mehreren Bürgermeistern vor Ort für die Zertifizierung ein: „Um in das Geopark-Programm der UNESCO aufgenommen zu werden, ist es notwendig, dass das Land Thüringen den Weg frei macht für die Wiederaufnahme der Ursaurier-Grabungen und –Erforschung am Bromacker“, so Schipanski, der sich seit Jahren um Bundesmittel für das Projekt bemüht hatte, die Ende letzten Jahres in Höhe von 3 Millionen Euro zugesagt wurden. Aktuell steht die Zusage des Freistaates Thüringen für eine erforderliche Kofinanzierung jedoch noch aus. „Ich bin zuversichtlich, dass der Geopark mit diesem bedeutenden wissenschaftlichen und auch touristischen Projekt den Geopark-Status der UNESCO erhalten wird. Umweltministerin Siegesmund unterstützt die Wiederaufnahme der Grabungen als Schirmherrin des Geoparks ebenso wie das Auswärtige Amt, das sich zuletzt explizit für eine Umsetzung des Projektes aussprach“, so der Abgeordnete. Das Auswärtige Amt ist bezüglich der UNESCO-Geoparks auf Bundesebene das federführende Ministerium.

Bis Mittwochabend besichtigt die UNESCO-Kommission neben dem „Bromacker“ zahlreiche weitere geologische und touristische Stätten im Geopark. Bei erfolgreichem Abschluss des Zertifizierungsverfahrens wäre der Nationale GeoPark Thüringen Inselsberg – Drei Gleichen der insgesamt siebte deutsche Geopark im UNESCO-Programm.


Hintergrund:

Der Geopark-Gedanke entwickelte sich in den 1990er Jahren als Maßnahme, um Gebiete mit besonderer geologischer, erdgeschichtlicher Bedeutung zu schützen und ihren Wert sichtbar zu machen. Landschaften und geologische Formationen gelten dabei als Zeugen der Evolution unseres Planeten und wichtige Determinanten für zukünftige nachhaltige Entwicklung.

Am 17. November 2015 hat die 38. Generalkonferenz der UNESCO das UNESCO-Geoparkprogramm beschlossen. Aktuell sind 120 Geoparks in 33 Ländern als Globale Geoparks der UNESCO anerkannt. Darunter sechs deutsche Geoparks: Bergstraße-Odenwald, terravita, Muskauer Faltenbogen (deutsch-polnisch), Schwäbische Alb, Vulkaneifel sowie Harz-Braunschweiger Land-Ostfalen. Der Geopark „Inselberg/Drei Gleichen“ hat das nationale Verfahren für die Beantragung des Status als Global Geopark der UNESCO erfolgreich durchlaufen.

Um als Globaler Geopark der UNESCO anerkannt zu werden, müssen geologische Formationen von internationaler Bedeutung vorhanden sein und deren Wert im Rahmen eines Gesamtkonzepts, das die Bereiche Schutz, Bildung und nachhaltige Entwicklung berücksichtigt, vermittelt werden. Alle vier Jahre müssen sich die anerkannten Geoparks einer erneuten Evaluierung unterziehen und können ihren Status auch wieder verlieren.