Hochschulen müssen Nachwuchswissenschaftlern verlässliche Perspektive bieten

Datei herunterladen  Hochschulen müssen Nachwuchswissenschaftlern verlässliche Perspektive bieten  |  13. Juni 2013  

Im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung hat am gestrigen Mittwoch eine Expertenanhörung zu den Karriereperspektiven von Nachwuchswissenschaftlern stattgefunden. Hierzu erklären der bildungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert Rupprecht, und der zuständige Berichterstatter Tankred Schipanski:

Albert Rupprecht: „Wer bei Zukunftsthemen exzellente wissenschaftliche Leistung bringt, muss im deutschen Wissenschaftssystem eine ebenso exzellente Perspektive erhalten. Der Bund bietet etwa mit der Exzellenzinitiative oder dem Pakt für Forschung und Innovation den Organisationen und Hochschulen Planbarkeit und Verlässlichkeit. Länder und Hochschulen müssen diese Planbarkeit auch den Wissenschaftlern gewähren. Wir möchten darüber hinaus, dass der Bund nicht nur bei Forschungsprojekten, sondern auch institutionell Verantwortung für deutsche Hochschulen übernimmt, damit sie weiterhin Spitzenleistung erbringen können. Leider blockiert die rot-grüne Mehrheit im Bundesrat seit Monaten die notwendige Änderung der Verfassung aus wahltaktischen Gründen – obwohl sie diese selbst für inhaltlich richtig hält.“

Tankred Schipanski: „Der neue Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs zeigt, dass die Bedingungen für Nachwuchswissenschaftler in Deutschland sehr gut sind. In einigen Bereichen ist es zu weiteren Verbesserungen gekommen. So ist insbesondere der Anteil der Frauen in allen Stufen der wissenschaftlichen Qualifizierung und Karriere zwischen 2000 und 2010 angestiegen.

Anlass zur Sorge gibt jedoch die vielerorts überhand nehmende Praxis zur Befristung von Stellen. Die heutige Anhörung hat gezeigt, dass eine Änderung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes an diesem Zustand nichts ändern würde. Für die Gestaltung der Personalstruktur und für planbare Karrierepfade im Wissenschaftsbereich bedarf es vielmehr Veränderungen bei den Hochschulen und Anpassungen in den Landeshochschulgesetzen. Ein Erfolgsbeispiel ist das Laufbahnmodell TUM Faculty Tenure Track der TU München. Die Sachverständigen waren überzeugt, dass die Hochschulen langfristige finanzielle Planungssicherheit brauchen, um jungen Wissenschaftlern längere Vertragslaufzeiten und unbefristete Stellen anbieten zu können.“