Große Teile Deutschlands sind in der letzten Woche von einer Hochwasserkatastrophe heimgesucht worden. Vielerorts mussten Tausende Menschen ihre Häuser verlassen und stehen nun vor ihrem zerstörten Hab und Gut. Die Bundeskanzlerin hat den Geschädigten bereits 100 Millionen Euro als Soforthilfe zugesagt, die dringend gebraucht werden. Der Landkreis Gotha selbst ist mit einem blauen Auge davon gekommen. So war es möglich, dass in den letzten Tagen zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer aus dem Landkreis im Hochwassergebiet in Ostthüringen und in Sachsen im Einsatz sein konnten. Mitglieder des Katastrophenschutzzuges, der Feuerwehren und des Deutschen Roten Kreuzes pumpten Wasser aus Häusern, stapelten Sandsäcke und standen den Betroffenen bei. Auch die Soldaten der Friedenstein Kaserne unterstützten bei der Bewältigung der Hochwasserkatastrophe. Ihnen allen gilt unser Dank.

Wenn Sie an Ihrer Steuererklärung sitzen, denken Sie dann auch manchmal an die „Bierdeckel-Idee“ von Friedrich Merz zurück? Zehn Jahre ist es nun her, dass unser damaliger Unionfraktionsvize gefordert hat, das Steuerrecht müsse so einfach sein, dass jeder normale Steuerzahler seine Steuerschuld auf einem Bierdeckel ausrechnen kann. Friedrich Merz hat für seinen Vorschlag ein besonders anschauliches Bild genutzt. Der Bierdeckel hat sich in die Köpfe eingeprägt. Dass die „Bierdeckel-Idee“ aber bis heute nicht vergessen ist, liegt vor allem auch daran, dass das Thema Steuervereinfachungen einen jeden betrifft und bewegt.

Die Reformvorschläge wurden bis heute noch nicht umgesetzt und unser Steuersystem ist weiterhin kompliziert. Mitte Januar habe ich deshalb gemeinsam mit fünf meiner Kollegen die Initiative ergriffen, um das Thema mit neuem Leben zu füllen. Bei den Generalsekretären von CDU und CSU setzen wir uns dafür ein, dass Steuervereinfachungen wieder ernsthaft diskutiert und vor allem auch angepackt werden. Unser Steuersystem muss im Ganzen einfacher, transparenter und gerechter werden. Am Ende sollte jeder Steuerzahler in der Lage sein, seine Steuererklärung auch ohne Hilfe von Experten machen zu können.

Den Leserinnen und Lesern der TLZ wünsche ich ein gesundes, erfolgreiches und freudiges neues Jahr 2013. Uns erwarten 2013 zwei Landtagswahlen in Niedersachsen und Bayern die Einfluss auf die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat haben werden. Ferner wird sich 2013 zeigen, inwieweit die gegenwärtige Blockadepolitik im Bundesrat zielführend sein wird. Die Bundestagswahl im September dieses Jahres entscheidet darüber, ob Deutschland seinen Kurs der Stabilität und Zukunftsfähigkeit fortsetzen kann. Schwerpunkt wird 2013 mit Sicherheit die Europapolitik sein: Es gilt die Frage zu beantworten, wie wir mit Vielfalt und Vertiefung die Europäische Union sichern und die europäische Gesellschaft prägen können. Dabei müssen wir die Geburtsfehler der Wirtschafts- und Währungsunion korrigieren und die Europäische Union weiterentwickeln. Es stellt sich die Frage, wie viel Wandel unser Nationalstaat verträgt und wie viel nationale Vielfalt wir in die Europäische Union integrieren können. Unser Bundespräsident Joachim Gauck hat in seiner Weihnachtsansprache wie auch unsere Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache zu diesen Themenfeldern Stellung bezogen. Wir sind uns bewusst, dass die Zukunftschancen Deutschlands mit der Zukunft der Europäischen Union verbunden sind.

Zwei große Entwicklungen verändern die Zukunft Deutschlands stark: Erstens werden wir älter als die Menschen in den vergangenen Jahrhunderten und zweitens haben wir weniger Kinder. Auch in Gotha wird dieser Wandel spürbar werden. Für das Jahr 2030 wird ein Bevölkerungsrückgang von 13,8 Prozent und ein Durchschnittsalter von über 50 Jahren prognostiziert. Zum Vergleich: 2010 betrug das Durchschnittsalter noch 45 Jahre. Wenn über das Thema demografischer Wandel berichtet wird, sind damit häufig Ängste verbunden. Doch haben wir wirklich nur Grund, uns vor der Zukunft zu fürchten? Wie wird das Leben grade in unseren ländlichen Regionen aussehen? Kein Zweifel, die demografische Entwicklung stellt eine große Herausforderung dar, die Bund, Länder, Kommunen, Wirtschaft, Kirchen, Vereine und letztlich jeden einzelnen Bürger betrifft. Ich glaube aber fest, dass wir diese Aufgabe meistern können, wenn wir sie als Chance begreifen.